Warum so viele Brain-Supplements nicht wirken
Millionen Menschen greifen zu Produkten mit Ginkgo, Gotu Kola, Ginseng oder Vitalpilzen – in der Erwartung, dass diese die Konzentration oder das Gedächtnis verbessern. Doch in der Praxis passiert meist wenig. Hier sind die echten Gründe.
1. Wirksame Dosen sind teuer
Die Mengen, die in Studien echte Effekte zeigen, kosten viel Geld. Beispiele:
- Lion’s Mane Extrakt 1:1: 60–120 €/kg
- Lion’s Mane Extrakt 8–10:1: 150–350 €/kg
- Bacopa-Extrakt: 60–200 €/kg
- Phosphatidylserin (PS): 300–800 €/kg
- Safranextrakt: 5.000–20.000 €/kg
- Spermidinextrakt: extrem teuer
Viele Hersteller reduzieren die Dosen drastisch, um Kosten zu sparen.
2. „Label-Deko“ statt echter Wirkung
Viele Zutaten werden nur in Mengen eingesetzt, die auf dem Etikett gut aussehen. 30–75 mg Ginkgo oder Gotu Kola wirken kaum, sehen aber beeindruckend aus. Für die meisten Hersteller reicht das für Marketing – nicht für Wirkung.
3. Fehlendes Wissen
Viele Marken entwickeln keine eigenen Formeln. Sie übernehmen Standardmischungen von Lohnherstellern, ohne die Studienlage oder wirksame Dosierungen zu kennen. Das Ergebnis: Produkte, die wissenschaftlich nicht fundiert sind.
4. Gesetzliche Lage in der EU
Entgegen vieler Vermutungen gibt es kaum Obergrenzen für pflanzliche Wirkstoffe. Man darf wirksame Mengen einsetzen – völlig legal. Einzige Einschränkung: Keine medizinischen Heilversprechen.
Fazit
Die meisten Lifestyle-Supplements funktionieren nicht, weil sie gar nicht dafür gemacht sind. Sie sind kostengünstig produziert, optisch gut verpackt und setzen auf bekannte Pflanzennamen. Wer die Studienlage nicht kennt, glaubt selbstverständlich, dass diese Produkte helfen – bis man versteht, wie weit Etikett und echte Evidenz auseinanderliegen.